Zertifikat Soziale Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft

Gegenstand der Weiterbildung

Deutschland ist faktisch zu einer Einwanderungsgesellschaft geworden, obwohl die offizielle Politik diesen Terminus vermeidet. Institutionen und Bevölkerung stehen vor der Herausforderung, neue Formen des Umgangs mit der durch Zuwanderer repräsentierten „Fremdheit“ zu entwickeln und es gilt, Integrations- und Inklusionsprozesse neu zu denken. Die Notwendigkeit hierfür besteht insbesondere im Hinblick auf die „erzwungene Migration“, also die Fluchtbewegungen, die durch vielfältige Ursachen (soziale Ungleichheit, ökologische Katastrophen usw.) ausgelöst werden. Diese werden absehbar bestehen bleiben oder sich noch verschärfen, so dass mit einem dauerhaften Rückgang der Zuwanderung eher nicht zu rechnen ist.

 

Gesellschaftliche Prozesse dieser Art stellen die Disziplin der Sozialen Arbeit vor neue Herausforderungen. Bislang waren es insbesondere engagierte Bürgerinnen und Bürger, die schon über Jahre hinweg die Zuwanderung von Geflüchteten aufgefangen haben und dabei besondere Kompetenzen der Aufnahme, Beratung und Betreuung entwickelten. Kommunen und etablierte soziale Organisationen versuchen hingegen, diese neuen Herausforderungen nach bewährten Mustern zu bearbeiten. Es wird allenfalls in Zahlen und Mengen gedacht und ggf. beabsichtigt, mehr Personal einzustellen. Doch schon jetzt fehlen vor Ort speziell ausgebildete Fachkräfte, die die Beratung und Betreuung von geflüchteten Menschen oder gar die Leitung von sozialen Einrichtungen übernehmen könnten.

 

Die Weiterbildung „Soziale Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft“ setzt genau hier an. Sie bündelt die relevanten, aktuellen Kenntnisse und Debatten der Sozialen Arbeit zu einem Angebot für engagierte Personen, die in dem Feld Flucht und Migration bereits tätig sind oder noch tätig werden wollen.

Beginn der Weiterbildung

Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Senat Beginn voraussichtlich ab Wintersemester 2017/2018

Allgemeines

  • 2 Semester

  • Modularisiertes Angebot

  • Zertifikatsabschluss mit 30 ECTS (European Credit Transfer System)

  • Präsenzblöcke Freitag nachmittags und samstags für ein erfolgreiches Studium neben einer Vollzeittätigkeit

  • E-Learning-gestütztes Selbststudium

  • Praxisbegleitendes Kolloquium und Vorträge

  • Reflexiver Erfahrungsaustausch mit Studierenden, ProfessorInnen und Fachleuten

 

Inhalte

  • Soziale Arbeit: Theoretischer Bezugsrahmen und methodische Zugänge

  • Partizipation, Integration, Inklusion

  • Flucht und Migration

  • Gender und Intersektionalität

  • Psychologische Aspekte

  • Rechtlicher Hintergrund

Team

Prof. Dr. Constance Engelfried

Prof. Dr. Burkhard Hill

Norbert Schindler

 

Studiengangsleitung: Prof. Dr. Gerd Mutz

Koordination: Kerstin Jost

Weitere Informationen?

Weiterbildungszentrum an der Hochschule München

Tel. 089 1265-4395

Studie: Engagement für Flüchtlinge in München

Forschungsprojekt_Engagement.pdf

491,7KB | Freitag, 21. Oktober 2016 | Einzelheiten
391 Ansichtsbesuche von 19. Juli 2016 bis 16. Januar 2017