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Reflexion auf das Seminar "Grundlagen der Erwachsenenbildung" (Teil 5)

Veröffentlicht von Alexander Klier am 08. Mai 2016, 07:06

Mit diesem Teil 5 beende ich meine Reflexion bezüglich des Blended-Learning Seminars Grundlagen der Erwachsenen. Inhalt dieses Beitrags ist die die Prüfung als Abschluss des Seminars. Hier geht es zum vierten Teil.

Groß und mächtig – schicksalsträchtig

Ich glaube, dass mich nicht umsonst jede Prüfungssituation immer wieder an das Stück "Der Watzmann" erinnert. Und das bei jedem Seminar und auch als Lehrbeauftragter. Einen Teil davon verstehe ich insofern, als ich Prüfungssituationen - zumindest im klassischen Sinne - einfach nicht mag. Im Seminar zu den Grundlagen der Erwachsenenbildung kommt hinzu, dass ich die Ab- und Ausfragerei, ob die Studierenden beispielsweise ein bestimmtes Konzept verstanden haben und Einzelheiten dazu aussprechen können für ziemlich verfehlt halte. Als Kompetenzbildung kommt es nämlich drauf an, dass sie später in der Lage dazu sind, ein Seminar für Erwachsene zu organisieren und durchzuführen. Doch wie kann man so eine Kompetenz abprüfen?#

Prüfungen können sehr verschieden organisiert werden. Gemeinsam ist ihnen normalerweise auch die Bedeutung als "schicksalhafte Belastung", beispielsweise dann, wenn von einer Prüfung viel abhängt.

Bild: Albert Anker - das Schulexamen auf Wikipedia. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons (CC 0) bzw. als gemeinfrei Datei.

 

Peer-Evaluation?

Dazu gibt es natürlich dann doch Mittel und Wege, insbesondere natürlich in den Sozialwissenschaften. Allerdings ist es bis dahin oft noch ein weiter Weg, weil die Prüfungsordnungen vieles nicht zulassen. So war es mir (leider) nicht möglich, das Konzept einer Peer-Evaluation auszuprobieren und/oder anzuwenden, obwohl Moodle dafür (über sogenannte Workshops) eigentlich grundsätzlich die Möglichkeit bietet. Es musste eine mündliche Prüfung sein!

"Dann machen Sie mal ein Konzept!"

Ich habe mir also anders beholfen und die Teilnehmer*innen am Seminar in den jeweiligen Vertiefungsgruppen, in denen sie über eine längere Phase auf Moodle waren, belassen. Dort bekamen sie den Arbeitsauftrag, für die Prüfung ein Konzept zu erarbeiten, mit dem sie dadurch, dass sie auf das Thema bezogen eine Veranstaltung vorbereiten sollten zeigen konnten, was ihnen bezüglich der Erwachsenenbildung hängen geblieben ist.

Präsentation oder Gespräch?

Dadurch, dass für die Präsentation und das Besprechen des Konzeptes jeweils nur etwa 10 Minuten Zeit vorhanden war, musste das Konzept entsprechend verdichtet werden. Darin zeigt sich meines Erachtens sehr schön, wie firm & kompetent die Teilnehmer*innen mit dem Stoff umgehen können. Was soll ich sagen? Ich fand meistenteils nicht nur, dass die Konzepte im Prinzip einsatzreif waren, ich erlebte oft auch eine entsprechende Präsentation dazu. Und auch die anschließenden Gespräche waren von einer freundschaftlichen Vertiefung der Inhalte geprägt.

Der Abschluss?

Normalerweise ist das Seminar mit der Prüfung beendet. Für die Studierenden war es auch fast so, wobei ich sie immer bitte, dass Sie Ihre Präsentationen (und auch Gedanken und Überlegungen dazu) den anderen auf Moodle zur Verfügung stellen. Was die Studierenden in der Regel auch bereitwillig tun. Für mich war danach erst einmal Pause, um jetzt, fast ein Vierteljahr später die Reflexion darüber zu schreiben.

Die Anerkennung

Ich denke, dass die Prüfung in dieser Form deshalb so gut verläuft, weil die Studierenden merken, dass sie nicht "umsonst" gelernt (um nicht zu sagen gebüffelt) haben. Sie hatten nach dem Seminar und der Prüfung ein anwendbares Konzept in der Hand und bei einigen auch die feste Absicht, dieses Konzept auszuprobieren. Diese Art der Anerkennung und ein wertschätzen der Umgang in der Prüfungssituation ist es, glaube ich, die dazu führt, dass die Prüfung noch einmal ein eigener und tiefgehende Lernabschnitt ist.

Aber – wie schon gesagt – wahrscheinlich nicht überall anwendbar. Und das Unabhängig von der jeweiligen Prüfungsordnung.

Schlagworte: Blended-Learning, E-Learning, Erwachsenenbildung, Grundlagen, Konzept, Lehrveranstaltung
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