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Das Ende vor dem Ende

Veröffentlicht von Alexander Klier am 03. Mai 2016, 06:26

Die Frage, die ich bereits für den Beginn von Seminaren aufgeworfen habe, wann nämlich genau ein Kurs beginnt, lässt sich eigentlich 1:1 auf das Ende übertragen. Wann also genau endet ein Kurs? Mit der Vergabe der Noten? Mit dem Lösen der letzten Aufgabe? Oder mit dem reflektieren auf den Kurs, wenn der formale Kurs bereits zu Ende ist?

Das Ende nach dem Ende

Für mich ist letzteres der Fall, denn eine Reflexion auf den Kurs insgesamt ist für mich eine unabdingbare Voraussetzung dafür, meine Erkenntnisse und Erfahrungen auch auf andere Seminartypen oder Problemstellungen zu übertragen. Da diese abschließende Reflexion für das Seminar "Grundlagen der Erwachsenenbildung" noch aussteht, ist es für mich auch noch nicht ganz zu Ende. Selbst wenn die Noten schon lange verbucht sind und die Prüfungsergebnisse ganz ordentlich waren.

Das Ende vor dem Ende

Und dennoch gibt es im Rahmen meiner Seminarkonzeptionen als Blended-Learning Arrangements auch ein Ende vor dem Ende. Das erwähne ich deshalb, weil es für mich in der Regel nicht nur ein Highlight des Kurses ist, sondern inhaltlich tatsächlich so etwas wie eine Klammer und einen Abschluss bildet. Und zugleich Reflexionsmöglichkeiten auf das Seminar zulässt. Wovon spreche ich nur die ganze Zeit? Von der zweiten Präsenzsitzung am Ende der Vorlesungszeit und vor Beginn der Prüfungszeit.

Zumindest in meinen Augen war die zweite Präsenzsitzung des Seminars "Grundlagen der Erwachsenenbildung" nicht nur ein voller Erfolg, sondern auch ein äußerst gelungenes Beispiel dafür, dass die angestrebte Eigenaktivität der Studierenden als Lerner*innen funktioniert.

Ganz grob war es nämlich so, dass sie während der Arbeitsphase auf Moodle in Gruppen verschiedene Themen nach eigenem Interesse aufgearbeitet haben. Ziel und Auftrag der Gruppenarbeit war dann, die Ergebnisse aufzubereiten und den anderen Studierenden im Rahmen eben jener zweiten Präsenzsitzung zu präsentieren. Natürlich mit einer anschließenden Diskussion und Reflexion, die noch einmal auf einer Metaebene konkrete Szenarien oder auch Theoriekonzepte behandelte. In diesem Sinne war die zweite Präsenzsitzung als aktives Plenum angelegt.

Stuhlkreis und aktives Plenum: das sind mir persönlich wichtige Settings in analogen Seminarsituationen, von denen ich glaube, dass sie auch im digitalen Kontext wirksam sind, wenn man es richtig organisiert.

Foto: Birkenkrahe - Aktives Plenum auf Wikipedia. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons (BY-SA).

 

Aktives Plenum

Ich könnte fast ins Schwärmen geraten ob der (nicht immer) gelungenen Präsentationen, weil etwas möglich war, was ansonsten enorm problematisch ist: beispielsweise die realen "Präsentationsfehler" (im Sinne ganz typischer Verhaltensweisen) zu sehen, zu akzeptieren und schließlich zum Anlass zu nehmen, daraus abzuleiten, auf was es ankommt, wenn ein Seminar im Bereich der Erwachsenenbildung stattfindet.

Das zu erwähnen ist mir deshalb wichtig, weil es nicht nur zeigt, dass es gelungen ist, in der Gesamtgruppe auch digital genügend Vertrauen aufzubauen, sondern auch ein Beleg dafür ist, auf was es im Rahmen des Stuhlkreises ankommt. Dass dies eben auch in den digitalen Kontexten gelingen kann, macht mich tatsächlich stolz. Und in diesem Sinne möchte ich noch einmal auf meine Ausführungen dazu im Rahmen meiner eigenen Homepage hier verweisen. Weiteres folgt in Kürze.

Schlagworte: Beginn, Flipped Classroom, Lehrfilm, Seminar, Videoeinsatz
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